Staatsanwaltschaft Jahresbericht 2025 und Portrait
Was bewegt die Zürcher Staatsanwaltschaft? Der Jahresbericht 2025 gibt Einblick in zentrale Entwicklungen, Schwerpunkte und Herausforderungen der Strafverfolgung im Kanton Zürich.
Klare Prioritäten für eine leistungsfähige Strafverfolgung
Vorwort von Susanne Leu, Leitende Oberstaatsanwältin des Kantons Zürich
Die Strafverfolgung steht unter zunehmendem Druck. Steigende Fallzahlen, komplexere Verfahren und neue kriminalpolitische Herausforderungen erfordern klare Prioritäten, gezielte Massnahmen und entschlossenes Handeln – personell, organisatorisch und rechtlich.
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Mit dem Entwicklungsplan Staatsanwaltschaft 2026–2028 gibt der Kanton Zürich eine zukunftsorientierte Antwort auf die seit Jahren hohe und stets steigende Fallbelastung. Mit neuen methodischen Ansätzen und dem kombinierten Ausbau von befristeten und unbefristeten Stellen können wir sowohl bestehende Rückstände als auch strukturelle Engpässe angehen. Insgesamt wurden 55 neue Stellen für die kommenden drei Jahre bewilligt. Das ist ein wichtiges Signal für eine leistungsfähige und nachhaltige Strafverfolgung, die ihrer zentralen Aufgabe für Rechtsstaat und Gesellschaft nachkommen kann.
Die Herausforderungen gehen jedoch über reine Kapazitätsfragen hinaus. Bevölkerungswachstum, zunehmende Verfahrenskomplexität, gesetzliche Entwicklungen und die digitale Transformation verändern die Strafverfolgung grundlegend.
Besonders sichtbar wird dies in der Geldwäschereibekämpfung: Wer kriminelle Gewinne erzielt, muss sie in den legalen Kreislauf einschleusen. Indem wir diese Geldflüsse konsequent verfolgen, treffen wir Kriminalität im Kern. Gleichzeitig zeigt sich hier exemplarisch, wie aufwendig und ressourcenintensiv moderne Strafverfolgung geworden ist.
Handlungsbedarf besteht auch bei den prozessualen Rahmenbedingungen. Ein gravierendes Beispiel ist das aktuelle Siegelungsrecht, welches dazu führt, dass sichergestellte Beweismittel wie Handys oder Laptops häufig sehr lange nicht ausgewertet werden können. In der Praxis führt dies regelmässig zu erheblichen Verzögerungen: Beweismittel bleiben unzugänglich, Verfahren werden gebremst.
Diese Entwicklungen machen deutlich: Eine wirksame Strafverfolgung braucht mehr als zusätzliche Stellen. Sie braucht klare Prioritäten, was sich derzeit etwa in der Bekämpfung der Häuslichen Gewalt zeigt, die im Kanton Zürich als Verbundaufgabe verschiedener Organisationen mit hoher Priorität umgesetzt wird.
Und sie braucht zeitgemässe rechtliche Instrumente und Rahmenbedingungen, die Qualität, Effizienz und Rechtsstaatlichkeit gleichermassen gewährleisten. Hier sind auch Gesetzgeber und Politik gefordert.
Ich danke allen Mitarbeitenden der Staatsanwaltschaft sowie unseren Partnerorganisationen für ihr grosses Engagement, ihre Professionalität und ihre Bereitschaft, die anstehenden Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Ebenso gilt mein Dank den politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern insbesondere in Regierungs- und Kantonsrat für die Unterstützung bei der Weiterentwicklung der notwendigen Rahmenbedingungen.
Susanne Leu
Leitende Oberstaatsanwältin
Fokusthemen als Audio
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Zentrale Kennzahlen 2025
- 43'548 eingegangene Geschäfte
- 42'629 abgeschlossene Geschäfte
- 13'229 durchgeführte Einvernahmen
- 532 Mitarbeitende (per 31.12.2025)
Die vollständigen Kennzahlen finden Sie im PDF «Staatsanwaltschaft in Zahlen» ab Seite 23.